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DESIGN

Als gegen Mitte der sechziger Jahre die Zeit des Funktionalismus und der Schnörkellosigkeit zuende ging, welche sehr an die Grundsätze des Bauhaus angelehnt war, begann eine neue Design-Ära, die wir heute mit den siebziger Jahren verbinden. Sie wurde allerdings tatsächlich schon in den sechziger Jahren eingeläutet. Damals übte die Jugend erstmals einen starken Einfluss auf die Trends der Zeit aus, so dass ein Vollkommen neuer Kunst- und Kulturbegriff entstand, alles stanz im Zeichen der Aufbruchsstimmung und dem Mut zum Wagnis.

Hinzu kamen die neuen Technologien, durch die es plötzlich möglich war, mit neuen Materialien zu arbeiten. Besonders die Kunststoffe erlaubten eine nie da gewesene Form- und Gestaltungsvielfalt im Bereich des Möbeldesigns. Es begann eine Phase voller Innovationen und Experimentierfreudigkeit, da der Phantasie durch Materialspezifische Eigenschaften keine Grenzen mehr gesetzt waren.

Eine große Inspirationsquelle waren die Apollo-Flüge und die Landung auf dem Mond, welche der Epoche den Beinamen „Space Age“ verliehen. Designer wie z.B. Panton lehnten sich an die Formensprache der Science-Fiction-Filme an. So war plötzlich alles Kugelförmig oder hatte zumindest abgerundete Ecken. Auch bei Luigi Colani suchte man vergebens nach Ecken und Kanten, jedoch fand er die Vorbilder seiner Objekte vor allem in der Natur. Das Spiel mit der organischen Form nannte man auch „Soft-Edge-Design“.


Aber auch die Farben und Muster waren neu. Man arbeitete mit Strukturen, geschichtet aus Zellen, Modulen, Kapseln oder Waben. Es dominierten Braun, Orange und Gelb-Töne, aber auch Grün und Curry waren weit verbreitet. Generell bekam das Design eine neue Aufgabe in der Gesellschaft, die über die alleinige technische Funktion eines Gegenstands hinaus ging. Symbolische und soziale Aspekte fanden nun Anklang. So hielten Kitsch, Nostalgie und Exotik Einzug in die Haushalte. Man begann sogar, selbst kreativ und aktiv zu werden und baute sich seine Möbel selbst. Das Schlagwort dazu hieß „Do it yourself“

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PLASTIK

 

Die Möglichkeit, Möbel aus neuen synthetischen Materialien herzustellen, nannte man auch „Plastic Revolution“. Diese durch neue Techniken gewonnenen Kunststoffe waren preiswert herzustellen, einfach in der Verarbeitung und variabel im Einsatzgebiet. So entwickelte sich ein undenkbarer Formenreichtum, der sich vor allem an den menschlichen Körper anpasste. Die Lieblingsmaterialien der Designer waren Plastik, Plexiglas, Schaumstoff und aufblasbares PVC.


Es entstanden sogar Wegwerfmöbel, die das höchste der Gefühle in einer Zeit waren, in der Individualität und Mobilität an erster Stelle standen. So gab es z.B. Möbel, die man sich selbst aus der Tube pressen konnte, selbst noch kurz bevor man Besuch bekam. Weniger modern, dafür aber preiswerter waren faltbare Papp-Möbel. So bekam man viele Möbel für wenig Geld, hatte allerdings auch einen enormen Verschleiß zu verzeichnen. Kein Wunder also, dass in der Zeit der Sperrmüll viel genutzt wurde. Mit der Rohstoffknappheit, der Ölkrise und der aufkommenden Öko-Welle endete jedoch der Synthetik-Boom.

Nicht alle Möbel waren jedoch zum Wegwerfen vorbestimmt. Stabiler waren z.B. die aus einem Guss gefertigten skulptur-ähnlichen Plastikmöbel, wie der Stuhl „Floris“ oder das „Uten-Silo“. Trotzdem kam Plastik langsam aus der Mode und ein traditionelleres Design und ebensolches Handwerk, das Dauerhaftigkeit versprach, war wieder gefragt. Allerdings war nun der Kunststoff im Alltäglichen Leben nicht mehr wegzudenken, hatte er sich doch bei Produkten wie Gehäusen, Skischuhen, Babyflaschen oder medizinischen Instrumenten ohne Konkurrenz durchgesetzt. Die Kenntnis der Umweltprobleme bei Produktion, Transport und vor allem bei der Entsorgung der Materialien führte aber zu einem verantwortungsvollerem Umgang mit Kunststoffen, dass sie weiterhin eingesetzt wurden und heute nicht mehr wegzudenken sind.